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Athemschutzausbildung Bezirk Süd LKR Landshut 11.5.13

 

 

Atemschutzausbildung im Brandbezirk Süd

 

Landkreis. Die Feuerwehren aus Baierbach, Bonbruck, Altfraunhofen und Pauluszell beteiligten sich heuer an der Frühjahrsatemschutzausbildung im Brandbezirk Süd. Da die Feuerwehr Baierbach nächstes Jahr ein wasserführendes Tragkraftspritzenfahrzeug bekommt, in welchem auch 4 Atemschutzgeräte mitgeführt werden, war nun der Zeitpunkt für eine weitere Atemschutzausbildung gekommen. Der Kurs setzte sich aus 8 Feuerwehrmännern und zwei Feuerwehrfrauen zusammen, welche sich an 9 Abenden mit insgesamt 30 Stunden trafen um sowohl Theorie als auch den Umgang mit den Pressluftatmern zu erlernen. Aufkommende Fragen wurden dabei vom Ausbildungsteam, bestehend aus Manfred Rieder, Florian Kleber, Christian Eberl und Robert Unterreitmeier, zu jederzeit fachkundig beantwortet.

 

Zu Beginn des Lehrgangs wurde auf die Historie und die Notwendigkeit des Atemschutzes eingegangen. Ebenso wurden die verschiedenen Atemgifte angesprochen und welche Auswirkungen diese auf den Kreislauf des Menschen haben. An einem weiteren Lehrgangsabend wurde dann auf die verschiedenen Atemschutzgerätetypen eingegangen und aus welchen Komponenten ein solches Gerät besteht. Auch wurden Filtergeräte, Fluchthauben und verschiedene Atemanschlüsse vorgestellt. Gleichermaßen wurde das Thema Reinigung und Instandhaltung der sehr teueren Geräte behandelt. Nach einer kurzen Pause wurde mehrmals das richte Anlegen der Atemschutzgeräte sowie Masken geübt und auf Einhaltung der Zeitvorgaben geachtet.

 

Wie schwer die Ausrüstung im Einsatz ist, konnten die Teilnehmer am Praxissamstag feststellen. Zu Beginn wurde eine Belastungsgewöhnungsübung durchgeführt, um sich mit dem Gerät im Einsatz vertraut zu machen. Robert Unterreitmeier erklärte im Anschluss die richtige Strahlrohrführung im Innenangriff um unnötige Wasserschäden zu vermeiden, aber zugleich den Trupp optimal vor der bestehenden Gefahr eines Flashovers (Durchzündung von erhitzten Rauchgasen) zu schützen. Auch wurden die verschiedenen Varianten der Personenrettung gezeigt und durchgeführt. Anschließend konnte ein Teil der Gruppe das richtige Leiter sichern sowie Leiter steigen unter Atemschutz üben. Manfred Rieder zeigte dabei anschaulich die möglichen Fehler auf und erläuterte hierzu Verbesserungen.

 

Eine große Einsatzübung wurde am Samstagmorgen in einem leerstehenden Bauernhaus in Baierbach abgehalten. Für diese Übung wurde das erste Obergeschoss eingenebelt und zwei Übungspuppen sowie zwei Gasflaschen versteckt. Nach der Anmeldung der Trupps an der Atemschutzüberwachungsstelle wurde unverzüglich mit der Suche im Haus begonnen. Die erste verletzte Person konnte rasch geborgen werden und an den fiktiv anwesenden Rettungsdienst übergeben werden. Da ein besorgter Vater unbedingt selbst nach seinem vermissten Kind im verrauchten Haus suchen wollte, versuchte dieser in das komplett verrauchte Gebäude zu laufen, konnte aber von den Feuerwehrkräften sehr schnell überwältigt und betreut werden. Da sich die Absuche als sehr zeitaufwendig erwies wurden immer wieder weitere Trupps angefordert. Diese gingen zum Teil über den Balkon zur Personensuche vor. Durch die Atemschutzüberwachungsstelle wurde immer wieder der Druck der Pressluftflaschen als auch die Lagemeldungen der einzelnen Trupps abgefragt. Ebenso wurden verschiedene Szenarien durchgespielt. In der anschließenden Manöverkritik waren die anwesenden Ausbilder sehr zufrieden mit der gezeigten Leistung. Die weitere Ausbildung muss nun in den Ortsfeuerwehren bei Übungen und weiteren Schulungen durchgeführt werden. Dazu stellen sich die vier Ausbilder jederzeit gerne zur Verfügung.

 

In der Hauptfeuerwache Landshut wurde das Ausdauertraining unter Atemschutz absolviert. So musste auf der Endlosleiter, welche den Aufstieg auf eine Drehleiter simuliert, eine Strecke von 20 Meter zurückgelegt werden, anschließend auf einem Heimtrainer gefahren werden und auf dem Laufband gegangen werden. Zuletzt musste noch die Kriechstrecke, ein großer Gitterkäfig in welchem verschiedene Durchstiege und Hindernisse sind, absolviert werden.

 

Am Samstagnachmittag wurde den Teilnehmern dann sowohl die schriftliche als auch die mündliche Prüfung abgenommen. Diese bestanden alle mit Bravour. Mit Maria Wimmer und Sabrina Moser hat nun die Feuerwehr Bonbruck die ersten weiblichen Atemschutzgeräteträgerinnen in ihren Reihen. Bleibt zu hoffen, dass zukünftig auch noch weitere Frauen dies als Ansporn nehmen. Sowohl die Ausbilder als auch Kreisbrandinspektor Rudi Englbrecht bedankten sich bei den Teilnehmern für das aufgebrachte Engagement, die Bereitschaft für den Dienst am Nächsten und wünschten möglichst wenig Einsätze und falls doch, immer eine gesunde Rückkehr ins Gerätehaus.